Glücksporträts
Selbstreflexion statt Selbsteitelkeit
Marko Buxbaumer, SAURITSCHNIG ALU STAHL GLAS GmbH
Marko Buxbaumer übernahm 2015 die Geschäftsführung des Kärntner Familienunternehmens Ing. A. Sauritschnig Alu-Stahl-Glas GesmbH, das seit fast 80 Jahren für qualitativ hochwertige, innovative und zukunftsorientierte Fassadenbauprojekte steht. Für den studierten Architekten war schnell klar: Wer führen will, muss zuerst bei sich selbst anfangen. „Als Führungsperson kann ich von meinem Team nicht verlangen, was ich nicht selbst bereit bin, zu geben. Daraus kann sich dann auch ein gewisser ‚Zug-Effekt' entwickeln, sodass die Menschen bei deiner Vision auch mitziehen", bringt er sein Führungsverständnis auf den Punkt.

Der Wiener Markt als erste Bewährungsprobe
Bevor Buxbaumer die Geschäftsführung übernahm, musste er seine Leadership-Fähigkeiten erst beweisen – und den Wiener Markt für das Unternehmen erschließen. „Wir hatten ein großes Projekt in Wien, und mein Vater hat mich gefragt, ob ich die Koordination übernehmen möchte. Diese Wachstumsphase war herausfordernd, anfangs sogar chaotisch. Aber am Ende haben wir sie erfolgreich bewältigt", erinnert er sich. Für Qualität und wirtschaftliche Performance wurde das Unternehmen seither mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem 2. Platz beim Austria's Leading Companies Award 2025 in der Kategorie Kärntner Großbetriebe.
2001 trat Buxbaumer in das Familienunternehmen ein. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm sein erstes Jahr in der Geschäftsführung: Ausgelöst durch die globale Immobilien- und Finanzkrise im Zuge der Lehman-Brothers-Insolvenz erreichte sein Unternehmen gerade zu dieser Zeit den wirtschaftlichen Tiefpunkt. Die Baukonjunktur lag am Boden, Projekte blieben aus, eine Restrukturierung samt Personalabbau wurde notwendig. „Wir mussten uns von guten Mitarbeitenden trennen, die teilweise schon viele Jahre im Betrieb waren. Das ist dann auch menschlich sehr fordernd und hart, wenn man solchen Leuten sagen muss, dass sie keine Arbeit mehr haben", erzählt er offen. Sein Motto seither: „Lieber zu viel Arbeit als zu wenig. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um nicht wieder in so eine Situation zu kommen."
Die eigenen Taten hinterfragen und dafür geradestehen
Als einen zentralen Erfolgsfaktor für den erneuten Aufschwung nennt Buxbaumer die positive Dynamik, die unter den verbleibenden Teammitgliedern damals entstand: „Die meisten waren stolz, dass wir uns trotz Krise für sie entschieden haben, und waren dann auch bereit, den neuen Weg konsequent mitzugehen. Also lag auch etwas Gutes in der schmerzhaften Situation." Selbstreflexion sieht er seither als wesentlichen Teil unternehmerischer Verantwortung: „Man muss seine Taten gut hinterfragen." Die Rolle der Unternehmensleitung ist für ihn dabei besonders anspruchsvoll: „Du musst in dieser Funktion auch geradestehen, wenn jemand im Team einen Bock schießt – weil du für das große Ganze verantwortlich bist. Das ist ehrlicherweise nicht immer lustig, aber es gehört dazu." Freude empfindet er vor allem, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird: „In unserer Branche gibt es so etwas wie ein doppeltes Erfolgserlebnis. Zuerst freust du dich, wenn du ein Projekt an Land ziehst, und ein zweites Mal, wenn du vor dem fertigen Objekt stehst."
An der Schnittstelle von Rückmeldung und Reflexion
Auch für die Zukunft will Buxbaumer weiterhin auf Feedback setzen, um reflektierte Entscheidungen zu treffen: „Ich glaube, das ist auch etwas, das uns von der Elterngeneration unterscheidet, dass wir offener für das Feedback anderer sind." Genau an der Schnittstelle von Rückmeldungen anderer und der eigenen Reflexion sieht er den größten Hebel der Selbstakzeptanz: „Ich hab auch schon Unternehmer gesehen, die gescheitert sind, weil sie aufgehört haben, über ihr Tun nachzudenken, und in eine gewisse Selbsteitelkeit verfallen sind." In diese Falle möchte er selbst nicht tappen. Gleichzeitig weiß er: „Du kannst es nie allen recht machen. Es wird immer Menschen geben, die deine Entscheidungen nicht gut finden. Sich darüber klar zu sein, gehört für mich auch zur Selbstakzeptanz."
© Marko Buxbaumer
Marko Buxbaumers Glücksgriff:
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„Als Führungsperson kann ich von meinem Team nicht verlangen, was ich nicht selbst bereit bin, zu geben. Daraus kann sich dann auch ein gewisser ‚Zug-Effekt' entwickeln, sodass die Menschen bei deiner Vision auch mitziehen."
Marko Buxbaumer ist Geschäftsführer der Ing. A. Sauritschnig Alu Stahl Glas GmbH in St. Veit an der Glan. Unter seiner Leitung hat das Unternehmen seine Fertigungs- und Planungsprozesse im Aluminium-, Stahl- und Glasbau weiterentwickelt und sich als innovativer Arbeitgeber in der Region etabliert. www.saurtischnig.at