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Glücksporträts 

Vom Glück, in Beziehung zu sein

Marie Skrein, Skrein

Marie Skrein führt ein Schmuckgeschäft mit eigener Werkstatt in der Wiener Innenstadt.  Ihren Fokus auf Beziehungen im Spektrum des Unternehmerglücks beschreibt sie so: „Ich liebe es einfach mit Menschen zu sein. Der Austausch mit meinem Team, aber auch mit meinen Kundinnen und Kunden macht mir extrem viel Freude. Dafür nehme ich dann auch gerne Arbeiten im Hintergrund in Kauf, die mir nicht so viel Spaß machen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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​Ein Team, das wirklich passt

Die junge Unternehmerin hat mittlerweile erfolgreich ein Team mit Menschen, die sie gern um sich hat, gebildet,. „Wenn ich dort fünf Tage in der Woche oder mehr verbringe, dann muss es stimmen, sowohl mit den Teammitgliedern als auch mit unseren Kundinnen und Kunden.“ Darin sieht sie auch eine Verknüpfung mit einem zweiten wichtigen Glücksfaktor ihres Unternehmerinnen-Daseins, jenem der Autonomie: „Es ist wunderschön, sich die Menschen, mit denen man so viel Zeit verbringt, auch aussuchen zu können. Umgekehrt haben diese auch die Freiheit, zu gehen, wenn sie sich nicht wohlfühlen. Niemand soll bei uns den Job nur machen, weil er ihnen Geld bringt“.

Glücksquelle und -stolperstein

Stellt die Beziehungsebene einerseits eine wesentliche Quelle des Unternehmerglücks dar, finden sich dort gleichzeitig die größten Glücksstolpersteine. So bringen freundschaftliche Verbindungen am Arbeitsplatz auch Herausforderungen mit sich: „Wir haben momentan einen super Team-Spirit“, freut sich Marie Skrein. „Aber manchmal ist es auch eine große Herausforderung zu vermitteln, wo die Grenzen liegen. Wenn mein Vater früher auf den Tisch gehaut hat, war für alle klar, was Sache ist. Mein Stil als 32-jährige Frau ist natürlich ein anderer, und trotzdem muss es funktionieren. Das ist nicht immer so einfach, aber die Erfahrung hilft mir, das immer besser zu bewerkstelligen.“

„Alle Menschen haben irgendwelche Bedürfnisse", ist sich Skrein jedenfalls bewusst und erklärt: "Ich bin dafür verantwortlich, damit umzugehen. In dieser Hinsicht habe ich schon viel dazugelernt. Aber manchmal gelingt es einfach nicht so gut, einen gesunden Abstand zu halten, dann nehme ich es trotzdem mit nach Hause“.

Sich hinter das Team stellen

Ganz besonders stört sie aber, wenn Kund*innen ihren Mitarbeitenden ungerechtfertigter Weise Fehlverhalten unterstellen: „Wenn jemand mit einer Reklamation zu uns kommt und ich als gelernte Goldschmiedin erkenne, dass er nicht die Wahrheit sagt, aber jemanden aus meinem Team Unehrlichkeit vorwirft, dann verärgert mich das.“

Eine Kultur der Transparenz und des Vertrauens

Skreins Zukunftsvision ist es, eine selbstbestimmte Unternehmenskultur zu schaffen, in der sich jedes Teammitglied gleichermaßen für die jeweilige Aufgabe sowie für das Teamgefüge verantwortlich sieht, und wo Transparenz und Vertrauen herrschen. „Damit meine ich nicht das Thema New Work, das ich ein bisschen kritisch sehe, weil das auch dazu führt, dass manche erst wieder viel länger da sind, wenn sie gar nicht da sein müssten. Ich würde gerne als Arbeitgeberin die Möglichkeit haben, noch großzügiger und weicher zu sein und meinem Team noch mehr Freiheiten geben, zum Beispiel in der Zeiteinteilung. Dafür müssen allerdings alle verantwortlich agieren und am selben Strang ziehen.“ Und sie ergänzt: „Ich möchte einfach, dass alle gerne zu uns kommen und dass jeder, der bei uns durch die Tür kommt, das auch spürt.“

Marie Skreins Glücksgriffe:

  • „Dinge nicht zu schnell zu entscheiden. Auch Personalentscheidungen nicht nur aus der Not treffen, sondern, wenn es irgendwie möglich ist, zu warten bis sich eine Sache ergibt, die sich wirklich gut anfühlt.“

  • „Ein Satz, der mich seit meiner Psychotherapieausbildung begleitet lautet: ,Jeder Täter war irgendwann ein Opfer‘. Man kann das im Kopf haben, wenn man nicht nett behandelt wird. Das verändert die Situation total. Man muss nicht mehr böse sein, und dann ist das Leben viel einfacher.“

Marie Skrein führt ein Schmuckgeschäft mit Schmuckwerkstatt in der Wiener Innenstadt, das sie von ihrem Vater übernommen hat. Sie ist gelernte Goldschmiedin und hat eine Ausbildung zur Psychotherapeutin absolviert. Skrein produziert Schmuck ausschließlich aus fair produziertem oder recyceltem Gold und Diamanten, deren konfliktfreie Herkunft garantiert wird. www.skrein.at

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