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Glücksporträts 

Im Spannungsfeld von Selbstakzeptanz, Selbstzweifel und Fehlerkultur

Gerlinde Tröstl-Katinger, METAGRO EDELSTAHLTECHNIK AG

Gerlinde Tröstl-Katinger hat in ihrem Berufsleben schon einiges erlebt – darunter existenzbedrohende Intrigen im Unternehmen. Wie sie mit solchen Situationen umgeht, bringt sie klar auf den Punkt: „Ich kann nur die Dinge ändern, die ich ändern kann. Was nicht in meiner Macht liegt, muss ich so akzeptieren. Ich muss es sehen und im Blick behalten, damit ich gegebenenfalls darauf reagieren kann. Aber es bringt nichts, mich darüber aufzuregen, zu ärgern oder mir Sorgen zu machen." Diese Klarheit begleitet sie bis heute an die Spitze der Metagro Edelstahltechnik AG – einem Spezialisten für die Verarbeitung von Edelstahlblech in Hainfeld, Niederösterreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vom Facility-Service zum Edelstahl

Ihren beruflichen Weg begann Gerlinde Tröstl-Katinger in der Industrie, mit Schwerpunkt Finanz- und Rechnungswesen. Schon damals verstand sie sich jedoch als Generalistin, deren Herz ebenso für Marketing, Kommunikation und Mitarbeiterführung schlägt. Fast 13 Jahre lang leitete sie als Geschäftsführerin die Markas GmbH, ein führendes Facility-Service-Unternehmen mit 2.500 Mitarbeitenden, und arbeitete unermüdlich daran, das Image einer ganzen Branche zu verändern – insbesondere die Wichtigkeit von Hygiene-Dienstleistungen im Gesundheitswesen sichtbar zu machen. Unter ihrer Leitung verdoppelte sich der Jahresumsatz von Markas Österreich von 34 Millionen auf fast 100 Millionen Euro im Jahr 2024.

Seit April 2025 steht die 51-Jährige als Alleinvorständin an der Spitze der Metagro Edelstahltechnik AG. Auch wenn sie damit formell angestellt ist, spürt man im Gespräch sofort den Unternehmergeist, der ihr gesamtes Handeln prägt: „Es fühlt sich an, als wäre es mein Unternehmen. Ich übernehme gerne Verantwortung und möchte vorleben, dass eigenverantwortliches Arbeiten nicht nur sinnvoll ist, sondern auch Spaß macht", betont Tröstl-Katinger.

Selbstakzeptanz als Dreh- und Angelpunkt

Für Tröstl-Katinger bildet Selbstakzeptanz den zentralen Dreh- und Angelpunkt eines gelungenen unternehmerischen Lebens. „Daraus entstehen vertrauensvolle Beziehungen und ein Gefühl von Selbstbestimmtheit. Teil davon ist für mich auch eine gute Fehlerkultur, wo man Niederlagen eingesteht, aber ebenso stolz auf das ist, was gelingt." Auch wenn ihr das Thema wichtig ist, sieht sie bei sich selbst noch Entwicklungspotenzial: „Ich zweifle schon auch immer wieder an mir, besonders dann, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Ich bin sehr reflektiert und manchmal vielleicht zu kritisch mit mir selbst." Umso mehr bedeutet ihr Wertschätzung viel, sei es durch Mitarbeitende, Kund:innen oder die Öffentlichkeit. So freut sie sich besonders über Auszeichnungen wie den Unternehmerinnen Award, mit dem sie 2023 vor den Vorhang geholt wurde.

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Vom Leben außerhalb der Komfortzone

Dass unternehmerisches Leben in Wellen verläuft, hat sie am eigenen Leib erfahren: „Es ist ein Wellental. Je mehr Herausforderungen kommen, desto öfter bewegt man sich außerhalb der eigenen Komfortzone. Und das muss man körperlich wie mental aushalten." Ihr wichtigstes Learning aus schwierigen Phasen: „Es gibt wohl nur sehr wenige Probleme, für die es keinen Lösungsansatz gibt. Aber man muss als unternehmerischer Mensch sehr gefestigt sein, sonst kann das schnell kippen, mitunter auch gesundheitlich." Ganz besonders schätzt sie in solchen Momenten vertrauensvolle Beziehungen: „Mir hat das sehr geholfen, als emotionale Unterstützung. Aber auch das Feedback von anderen war wertvoll, weil es meine Sichtweise geändert und Unsicherheiten oder Ängste genommen hat."

Eine gute Fehlerkultur als Fundament

Für die Zukunft hat sie einen klaren Wunsch: „Ich möchte als Arbeitgeberin gesehen werden, die den Menschen in den Fokus rückt – mit klaren Spielregeln, aber auch mit einer Kommunikation auf Augenhöhe." Als Führungspersönlichkeit will sie ihrem Team ein Vorbild sein, das offen und authentisch mit Fehlern umgeht: „Ich möchte auch als Vorgesetzte Fehler machen und über diese reden dürfen, denn ich glaube, wir alle treffen täglich viele Entscheidungen, und da können gar nicht alle richtig sein."

© Gerlinde Tröstl-Katinger

Gerlinde Tröstl-Katingers Glücksgriff:
  • „Ich kann nur die Dinge ändern, die ich ändern kann. Was nicht in meiner Macht liegt, muss ich so akzeptieren. Ich muss es im Blick behalten und gegebenenfalls darauf reagieren. Aber es bringt nichts, mich darüber aufzuregen oder mir Sorgen zu machen."

Gerlinde Tröstl-Katinger ist Vorständin der Metagro Edelstahltechnik AG, einem Spezialisten für die Verarbeitung von Edelstahlblech in Hainfeld, Niederösterreich. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre Geschäftsführerin der Markas GmbH und wurde 2023 mit dem Unternehmerinnen Award ausgezeichnet. www.metagro.at

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